Hl. Pfarrer von Ars - Gedanken und Überlegungen

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Hl. Pfarrer von Ars

Heilige
"Du zeigst mir den Weg nach Ars,
ich zeige Dir den Weg zum Himmel"
WIE LEBT DER CHRIST?

Goldene Worte des heiligen Pfarrers von Ars

Herausgeber Dr. Hannes-Albert Reul

2. Auflage, 1990

MARIANISCHE PRIESTERBEWEGUNG
D-7708 Tengen 2-Blumenfeld



Ein Pfarrer macht ein Dorf weltberühmt

Der heilige Pfarrer vom Ars

8. Mai 1786 - 4. August 1859 - Fest: 4. August

Der Pfarrer und das Dorf, in dem er gewirkt, sind derart miteinander verbunden, daß mancher seinen Namen gar nicht kennt: Johannes- Maria Vianney.
So einmalig und unvergeßlich war er Pfarrer, sein Name ging einfach unter in seinem Amt!
Dieser Pfarrer von Ars! Er ragt wie ein Fels in der Brandung in der Zeit des kalten Rationalismus. Ein eleganter Spötter meinte in Paris zu seinen Freunden: "Ich besuche ihn". Als er zurückkam, berichtete er kleinlaut: "Ich habe Gott in einem Menschen gesehen!" Das Ziel für uns alle! Die Leute müßten in uns [esus begegnen können. Der Pfarrer von Ars hat gewiß außerordentliche Gnaden bekommen. Er veranschaulicht einer Zeit, in der Menschen vor dem Fernsehgerät Stunden verbringen, für den Tabernakel wenig oder kaum mehr Zeit haben, was beten bedeutet.
Er betete und betete, unentwegt, flehend, seufzend, ja, mit Tränen. Zum Beten kam das Fasten. Wenn man von unseren Essensgewohnheiten ausgeht, hat er eigentlich ständig gefastet. Kartoffeln kochte er gleich für die ganze Woche ... Er aß sie auch dann, wenn sie bereits zu schimmeln begannen. Wir halten es vielleicht für überspannt.

Aber: "Diese Geister werden nur durch Gebet und Fasten ausgetrieben!" (Mk 9,29) Das Leben des Pfarrers von Ars bewahrheitet dieses Wort Christi.
Als die Professoren des Seminars sich nicht entscheiden konnten, Jean-Marie zur Priesterweihe zuzulassen, weil er theologisch zu ungebildet schien, sagte der Generalvikar der Diözese: "Ist der junge Vianney fromm? Kann er richtig den Rosenkranz beten? Verehrt er die heilige Jungfrau ... ? Die Gnade wird das übrige tun."
So kam Johannes-Maria, Spätberufener, aus gesunder, tiefgläubiger Bauernfamilie, in dies Dorf mit vielen Kneipen und einer verwahrlosten Kirche.
Ein Priester hatte gemeint, als Johannes-Maria Vianney nach Ars geschickt wurde: "Dort liebt man Gott nicht mehr, Sie müssen die Gottesliebe erst hintragen." In den erzbischöflichen Archiven befanden sich Berichte über Ars in denen es u. a. hieß: "Die meisten von ihnen unterscheiden sich nur dadurch von den Tieren, daß sie getauft sind."
Es war ein steiniger Weinberg. Die Mitbrüder zeigten wenig Verständnis. Der Satan mit seiner Witterung für heilige Seelen setzte ihm tags zu und noch mehr in der Nacht. Das Rezept des Pfarrers war: beten, fasten und ein unerschütterliches Vertrauen auf die Gottesmutter.
Bereits vor seiner Priesterweihe hatte er versprochen: Beim Stundenschlag ein Ave Maria zu beten, dazu: "Gepriesen sei die heiligste und Unbefleckte Empfängnis der seligsten Jungfrau Maria, der Muttergottes. O Maria, mögen doch alle Nationen dich verherrlichen und der ganze Erdkreis dein Unbeflecktes Herz anrufen".
Die Herz-Mariä-Verehrung war damals nicht selbstverständlich. Gewiß, Frankreich hat der Kirche den großen Marienverehrer, Ludwig Maria Grignion, und den Verehrer der heiligsten Herzen Jesu und Mariens, den hl. Johannes Eudes geschenkt. Der Pfarrer von Ars hat aber erstaunlicherweise vorweggenommen, was durch die Erscheinung von Fatima so eindeutig verkündet wurde: "Jesus möchte auf Erden die Verehrung meines Unbefleckten Herzens begründen." So sagte die Gottesmutter zu den Seherkindern. Ja, sie verlangte die Weihe der Welt an ihr mütterliches Herz.
Johannes-Maria Vianney schrieb die Namen seiner Pfarrkinder auf ein weißes Seidenband und schloß es in ein silbernes Herz, das er der Statue der Gottesmutter wnhängen ließ. Er hat seine Pfarrkinder der Muttergottes ans Herz gelegt. Wer nach Ars kommt und neben der Basilika die schlichte, kleine Dorfkirche von ehedem erblickt, den grüßt eine Statue der Gottesmutter mit ausgebreiteten Armen. Was heute gar nicht mehr so selbstverständlich ist, der Pfarrer von Ars, für sich persönlich anspruchslos, tat alles, um die Gottesdienste feierlich zu gestalten. Die Festtage des Herrn und der Gottesmutter wurden festlich begangen. "Sein Gesicht strahlte. Von der Kanzel wandte er sich der Marienstatue zu mit dem Entzücken eines Kindes, das mit seiner geliebten Mutter spricht. Er sprach mit hinreißender Begeisterung von der Heiligkeit Mariens, von ihrer Macht und Liebe." So die Aussage eines Zeugen beim Heiligsprechungsprozeß.

Die Muttergottes hat ihn nicht enttäuscht. Er hat erkannt, wovor sich so viele verschließen: Maria ist immer der Weg, der zu Jesus führt.
Als sich die Bewohner des Dorfes buchstäblich gewandelt hatten, stellte der heilige Priester mit demütiger Freude fest: "Ars ist nicht mehr Ars!"
Wir brauchen nicht unbedingt Namen auf Papier schreiben und sie in eine silberne Kapsel legen, aber wir sollten die uns Anvertrauten immer wieder dem Herzen Mariens anempfehlen. Wir sollten in der Zeit, in der so viele Menschen suchen, sich fernöstlichen Religionen zuwenden, weil es bei uns zu nüchtern und zu kalt ist.unsere Gottes­dienste feierlich und innerlich gestalten und den verlorenen Kindern die Mutter wieder schenken.
Vor allem ist der Pfarrer von Ars der Heilige des Beichtstuhls. Tief er­griffen stehen wir vor dem roh gezimmerten engen Gehäuse, in dem der Pfarrer bis zu 18 Stunden täglich Beichte hörte. Im Sommerwar es die erstickende Hitze, im Winter erstarrten ihm die Füße vor Kälte. Die Ausdünstung der vielen Menschen, die aus allen 4 Himmelsrich­tungen nach Ars strömten, Menschen aller Berufsschichten, jeden Alters, Prälaten, sein eigener Bischof gingen zu ihm beichten. Abstraktes Denken war nicht seine Stärke, er besaß gesunden Men­schenverstand, auch eine bäuerliche Schalkhaftigkeit blitzte biswei­len aus seinen Augen, er war von tiefgegründeter kindlicher Fröm­migkeit. Er mußte entscheiden in heikelsten Gewissensfragen und verworrene Situationen klären. Er wußte den Beichtkindern Mut zu machen, verstockte Sünder vermochte er bisweilen mit einern schlichten Wort zu rühren: "Was hat ihnen denn der Herr getan, daß sie ihn so behandeln?" Anderen, die mutlos wurden, gab er Mut, ihre Laster zu überwinden, auf sein eigenes Leben verweisend. Auch er müsse sich mit Versuchungen herumschlagen. "Wen der Teufel nicht mit dem Hochmut und mit der Unkeuschheit in Versuchung führt, der hat keine Ahnung vorn geistlichen Leben."
So standen Menschenschlangen beim Beichtstuhl. Ja, noch an sein Sterbebett drangen reumütige Sünder vor. Er war so schwach, daß er kaum noch sprechen konnte. Ein Jahrhundert nach Voltaire, beruft die Gnade Gottes diesen armen Priester, der mit knapper Not sein Examen bestanden hatte, gerade noch zur Weihe zugelassen war, "Gericht zu halten über die Seelen, ihre Geheimnisse abzuwägen und zu entscheiden". (R. Fourrey)
Tage und Nächte hörte Vianney geduldig das eintönige Gemurmel: "Vater, ich habe gesündigt ... Mein Vater, ich bekenne meine große Schuld ... " Stundenlang an den Beichtstuhl gefesselt, klagte er ein­mal ob dieser Tortur. "Man muß nach Ars kommen, wenn man erfah­ren will, was die Sünde ist. Man weiß nicht, was man dagegen tun soll,



man kann nur weinen und beten!" Dreimal versuchte er die Bürde abzuschütteln, zu flüchten. Er kehrte in das Joch zurück und flüsterte wehen Herzens "Was würde sonst aus an den armen Sündern wer­den?"
Sollten wir nicht in der tiefen Not unserer Zeit das wunderbare Le­ben dieses demütigen, liebenswürdigen und doch entschiedenen Priesters betrachten, um unseren Glauben an Gottes Allmacht und Güte zu kräftigen und um von ihm das kindliche Vertrauen zum Herzen der Mutter zu lernen.

Heiliger Pfarrer von Ars, bitte fiir diese Menschheit, die weithin das Bewußtsein von Sünde und Schuld verloren hat!   Hf. Pfarrer von Ars erflehe uns gute Priester, begnadete Beichtväter! 

Anbetung

Gäbe es im Himmel einen Tag ohne Anbetung - wäre es nicht mehr der Himmel. Und wenn die Verdammten trotz ihrer Qualen Gott anbeten könnten, gäbe es keine Hölle.
Betrachtend beten - betend betrachten.
Warum gibt es so viele Laue, Haltlose und Gleichgültige? Darum, weil man sich nicht täglich der Betrachtung widmet.


Beichte

Ohne das Sakrament der Buße wären wir wirklich arm daran. Meine Kinder, man kann die Güte Gottes nicht begreifen, die Gott uns erwies, als er dies große Sakrament der Buße einsetzte.
Sagte man den Verdammten in der Hölle: "Wir werden an den Eingang der Hölle einen Priester stellen. Jeder, der beichten will, braucht nur hinauszugehen ... wie schnell würde die Hölle sich leeren und der Himmel sich bevölkern. Wir haben die Zeit und die Möglichkeit, die die Verdammten nicht haben."

Christ

Ein wohlunterrichteter Christ läßt sich von zweierlei führen: vom Hausverstand und vom Gehorsam.

Demut

Was der Teufel am meisten fürchtet ist die Demut.
Die Demut ist die große Hilfe zur Gottesliebe, der Stolz das große Hindernis zur Heiligkeit. Der Stolz ist das Bindeglied in der Kette der Laster, die Demut das gemeinsame Band aller Tugenden.
Ein Heiliger wurde einmal gefragt, welche die erste unter den Tugenden sei. Er antwortete: "Die Demut". - "Und die zweite?" - ,,Die Demut'; "Und welche die dritte?" - Und er antwortete wieder: "Die Demut': 

Frieden

Wie, durch das Kreuz den Frieden verlieren? Das Kreuz ist es ja gerade, das ihn uns erwirken muß. All unser Elend kommt davon her, daß wir es nicht lieben.


Frömmigkeit

Die Religion wird oft falsch verstanden. Seht, meine Kinder, da ist zum Beispiel eine Person, die an ihr Tagewerk gehen sollte.
Sie ist von dem Gedanken erfüllt, große Bußübungen zu verrichten, die halbe Nacht im Gebet zu verbringen; wenn sie klug wäre, würde sie sich sagen! Nein, das darf ich nicht tun, denn ich werde morgen meine Pflichten nicht erfüllen können, ich werde schläfrig und verdrossen sein und jede Kleinigkeit wird mich zur Ungeduld reizen; es wird mir nicht gelingen, auch nur die Hälfte dessen zu erledigen, was ich erledigen könnte, wenn ich nachts geschlafen hätte.


Gebet

Der Mensch kennt zwei Rufe, den des Engels und den des Tieres. Der Ruf des Engels ist das Gebet, der Ruf des Tieres aber die Sünde. Der liebe Gott braucht uns nicht. Wenn er uns auffordert zu beten, dann deshalb, weil er unser Glück will und wir dies nur im Gebet finden. Wenn er seine kleinen Geschöpfe kommen sieht, neigt er sich uns zu, wie ein Vater es tut, um sein Kind anzuhören, das mit ihm sprechen will.

Je mehr wir beten, desto mehr wollen wir beten. Wer nicht betet, wendet sich ganz der Erde zu und ist wie ein Maulwurf, der bemüht ist, ein Loch zu graben, um sich zu verstecken. Er liebt nur Irdisches und Materielles. Stumpfsinnig, ohne Gefühl für das Göttliche, denkt er nur an zeitliche Güter.
Wenn der Teufel jemanden zugrunderichten will, beginnt er damit, ihm einen großen Widerwillen gegen das Gebet einzuflößen.
Beim Gebet hat die Zeit keine Stunde.
Je mehr man betet, desto mehr kann man beten. Es ist wie mit einern Fisch, der zuerst an die Oberfläche des Wassers schwimmt, dann immer tiefer taucht. So taucht auch die Seele in die tiefste Tiefe und verliert sich in der Freude am Gespräch mit Gott.

Geduld

Eine Stunde Geduld ist mehr wert als mehrere Tage Fasten.

Glaube

Meine Kinder, wer gut den Glauben kennt, für den gibt es immer Hilfe. Sollte er sich auf allen möglichen Irrwegen verlieren, so besteht noch immer Hoffnung, daß er zu Gott zurückfinden wird, und sei es auch erst in seiner Todesstunde. Wer nicht genügend Wissen hat von seiner Religion, gleicht dem bewußtlosen Todkranken. Er erkennt weder die Schwere der Sünden, noch die Schönheit seiner Seele, noch den Wert der 'fugend. Er fällt von einer Sünde in die andere ... Ich denke mir oft, daß die Mehrzahl der Christen, die sich verdammen, aus Mangel an Belehrung sich ins Verderben stürzen.


Gott - seine Barmherzigkeit

Der liebe Gott ist ebenso bereit, uns zu verzeihen, wenn wir ihn darum bitten, wie eine Mutter bereit ist, ihr Kind aus dem Feuer zu ziehen. "Ich habe so viel Böses getan, daß mir Gott nicht mehr verzeihen kann". Meine Kinder, das ist eine große Gotteslästerung.
Hier wird der göttlichen Barmherzigkeit eine Grenze gesetzt, und sie ist doch grenzenlos und unendlich ... der liebe Gott verzeiht, wenn ihr aufrichtig beichtet, es von Herzen bereut und den Vorsatz habt, es nicht wieder zu tun.
Unsere Fehler sind Sandkörner im Vergleich zu dem mächtigen Berg der göttlichen Barmherzigkeit.
Leichter ist es, in den Himmel zu kommen als in die Hölle, so groß ist die Barmherzigkeit Gottes.


Gott - seine Gerechtigkeit

Der liebe Gott ist nicht grausam, er ist aber gerecht ... Glaubt ihr, er wird euch mit offenen Armen empfangen, wenn ihr ihn ein Leben lang verachtet? Es gibt sowohl für die Gnade als auch für die Sünde ein Maß: ist es voll, dann zieht sich Gott von uns zurück, Was würdet ihr von einem Vater halten, der ein böses Kind genauso behandelt wie ein artiges? Würdet ihr ihm nicht vorwerfen, daß er nicht gerecht ist? So wäre auch Gott nicht gerecht, wenn er keinen Unterschied zwischen denen machen würde, die ihm dienen, und denen, die ihn beleidigen.


Güte

Wieviele werden uns beim jüngsten Gericht vorwerfen: "Werm ihr auf unsere Beleidigungen nur mit Güte und Liebe geantwortet hättet, wären wir jetzt gerettet'.


Heiligkeit

Wir können Heilige werden - wenn nicht durch die Unschuld, so doch wenigstens durch Buße und Sühne,
Das Merkmal der Auserwählten ist die Liebe, das Merkmal der Verdammten der Haß. Kein Verdammter liebt einen anderen Verdammten ... Die Heiligen lieben jeden, sie lieben besonders ihre Feinde.
Werm du kein Heiliger bist, wirst du ein Verstoßener sein. Einen Mittelweg gibt es nicht. Sieh dich vor: entweder bist du das eine oder das andere! Alle, die den Himmel eines Tages besitzen, werden Heilige sein.

Himmel

Gute Christen, die sich mühen, ihre Seele zu retten, sind immer glücklich und zufrieden. Sie genießen schon im voraus die Seligkeit des Himmels. Sie werden für ewig glücklich sein, während die schlechten Christen, die sich selbst verdammen, immer zu bedauern sind; sie murren, sind traurig und werden es die ganze Ewigkeit sein. Hier bleibt keiner von uns.
Mögt ihr suchen, in jeglichem Wohlstand und Vergnügen, ihr werdet euer Glück nicht finden. Die ganze Erde kann eine unsterbliche Seele ebensowenig zufriedenstellen, wie ein Fingerhut voll Mehl einen Hungernden sättigen kann. Der liebe Gott hat uns auf die Erde gestellt, um zu sehen, wie wir uns hier bewähren. Werm wir das bedenken, wenden wir stets unseren Blick dem Himmel zu, unserer wirklichen Heimat.
Wir sind in dieser Welt, aber nich t von dieser Welt; deshalb sagen wir jeden Tag: "Vater unser im Himmel!" Wir dürfen unseren Lohn erst erwarten, wenn wir im Vaterhaus sind.


Hölle

Die Hölle ergibt sich aus der Liebe Gottes. Die Verdammten werden rufen: O! Wenn uns Gott nicht so geliebt hätte, würden wir weniger leiden. Die Hölle wäre nicht mehr die Hölle. Aber so geliebt worden zu sein! Welch eine Qual!
Wenn ein Verdammter ein einziges Mal nur sagen könnte:
"Mein Gott, ich liebe dich !", gäbe es für ihn keine Hölle mehr. Diese ärmste Seele. Sie hat die Fähigkeit zu lieben verloren, die sie erhalten hatte und nicht zu gebrauchen wußte. Ihr Herz ist ausgetrocknet wie die Weinbeere nach der Kelter. Kein Friede mehr, keine Seligkeit in dieser Seele, weil es in ihr keine Liebe mehr gibt. Nicht Gott verdammt uns, wir verdammen uns durch unsere Sünden. Die Verdammten klagen nicht Gott an, sondern sich selbst.


Jugend

Wie herrlich, wie großartig ist es, seine Jugend Gott zu schenken! Welche Quelle der Freude und des Glückes! - Glücklich die Seelen, die dem lieben Gott sagen können: "Herr, ich habe Dir immer gehört! ... "


Kampf

Man darf nicht glauben, daß es auf Erden irgendeinen Ort gibt, wo wir dem Kampf gegen den Teufel entkommen könnten. Wir werden unseren Widersacher überall finden, und überall wird er versuchen, uns den Himmel zu entreißen. Aber immer und überall können wir Sieger bleiben. Werm wir wollen, können wir mit der Gnade Gottes, die uns nie verweigert wird, immer triumphieren.


Kreuz

Das Kreuz ist das lehrreichste Buch, das man lesen kann, Wer dieses Buch nicht kennt, ist ein Unwissender, selbst wenn er alle anderen Bücher gelesen hätte. Das Kreuz umfaßt die ganze Welt. Es ragt an den vier Ecken des Universums empor. Für jeden gibt es einen Teil davon.


Kreuzzeichen

Für den Teufel ist das Kreuzzeichen etwas Schreckliches, denn wir entkommen ihm ja durch das Kreuz ... Mit großer Ehrfurcht müssen wir das Kreuzzeichen machen. Man fängt beim Kopf an, womit auf das Oberhaupt der Schöpfung, den Vater, hingewiesen wird. Dann folgt das Herz: die Liebe, das Leben, die Erlösung - der Sohn; schließlich die Schultern: die Kraft - der Heilige Geist. Alles erinnert uns an das Kreuz. Wir selbst sind in Form eines Kreuzes erschaffen.

Kommunion

Es gibt nichts, was der Eucharistie an Größe gleichkäme! Stellt alle guten Werke der Welt einer guten Kommunion gegenüber, - das ist wie ein Staubkömehen neben einem Gebirge.
Die Kommunion! ... Oh, welche Ehre erweist Gott seinem Geschöpf!
Die Kommunion wirkt auf die Seele wie ein Windstoß in ein erlöschendes Feuer, in dem noch Glut vorhanden ist. Ein Windstoß, und das Feuer brennt wieder.
Man spürt es, wenn eine Seele das Sakrament der Eucharistie würdig empfangen hat. Sie ist so in Liebe versunken, von ihr durchdrungen und verändert, daß man sie in ihrem Handeln und in ihren Worten nicht wiedererkennt ... Sie ist demütig, liebenswürdig und bescheiden; sie ist in friedlichem Einklang mit der ganzen Welt. Sie ist eine zu den größten Opfern fähige Seele.


Leiden

Die Kinder dieser Welt sind voll Sorge, wenn sie das Kreuz heimsucht. Die guten Christen machen sich Sorgen, wenn es feme von ihnen ist.
Wen Gott liebt, für den sind Prüfungen keine Strafen, sondern Gnaden.
Legt man eine reife Traube in die Weinpresse, dann gibt es einen köstlichen Saft.
So fließt auch aus der Presse unseres Leidens ein Wein, der die Seele nährt und stärkt

Der Christ lebt inmitten der Kreuze wie der Fisch im Wasser.
Alle Leiden sind süß, wenn man vereint mit dem Herrn leidet.

Leidenschaft

Es gibt nur eines: entweder herrscht ein Christ über seine Leidenschaften, oder seine Leidenschaften beherrschen ihn. Es gibt keinen Mittelweg.

Maria

Das Herz dieser guten Mutter besteht nur aus Liebe und Barmherzigkeit.lhr einziger Wunsch ist es, uns glücklich zu sehen.
Wenn der Sünder diese gute Mutter um Hilfe anruft, so läßt sie ihn eintreten - und sei es durch das Fenster!
Alles, worum der Sohn Gottes seinen Vater bittet, wird ihm gewährt. Alles, worum die Mutter ihren Sohn bittet, wird ihr ebenfalls gewährt.


Mensch

Die Menschen gleichen Maulwürfen, die unter der Erde ihre Gänge graben und nur selten bis zum Tageslicht vorstoßen.
Der Mensch ist so groß, daß nichts auf der Erde ihm genügen kann. Nur wenn er sich Gott zuwendet, ist er zufrieden. Zieh einen Fisch aus dem Wasser: er wird nicht leben können. Das ist der Mensch ohne Gott.


Messe

Alle guten Werke zusammen erreichen nicht den Wert eines einzigen Meßopfers, denn sie sind die Werke der Menschen; die Messe aber ist Gottes Werk. Mit ihr verglichen, bedeutet selbst das Opfer des Märtyrers nichts. Hier gibt der Mensch Gott sein Leben hin; in der Messe ist es Gott, der seinen Leib und sein Blut für den Menschen opfert.


Natur - Schöpfung

Bei der Arbeit auf dem Bauernhoflernte der heilige Pfarrer im großen Buch der Schöpfung lesen.
In seinen Ansprachen und beim Katechismusunterricht bediente er sich gern der Schönheiten der Natur und entnahm ihr anmutige Vergleiche um zum Lobpreis und zur Liebe Gottes zu bewegen:
Der Heilige Geist ist es, der die Felder der Gnade zur Reife bringt. Es ist wie mit dem Weizenkom; man streut es in die Erde; aber es bedarf der Sonne und des Regens, damit es aufgehen und zur Ähre werden kann.
Wer keine Gottesliebe besitzt, ist arm; er gleicht dem Baum, der weder Blüten noch Früchte trägt.


Opfer

O, wie liebe ich diese kleinen Opfer, die von niemandem gesehen werden, wie z. B. eine Viertelstunde eher aufstehen, oder sogar in der Nacht für einen kurzen Augenblick das Bett verlassen, um zu beten.

Ordensleben

Was macht das Ordensleben so verdienstvoll? Es ist der andauernde Verzicht auf den eigenen Willen, jenes beständige Absterben dessen, was in uns am stärksten lebt.


Priestertum

Wem man die Religion zerstören will, greift man zuerst den Priester an. Denn wo es keilten Priester mehr gibt, gibt es kein heiliges Opfer mehr, und wo es kein heiliges Opfer mehr gibt, stirbt die Religion.
Der Priester soll vor allem ein Mann des Gebetes sein. Welch ein Unheil: ein Priester ohne Innenleben! ... Aber dazu gehört Ruhe, Schweigen, Einsamkeit.
O, was ist es doch Großes um einen Priester! Erst im Himmel wird man ganz verstehen, was ein Priester ist. Das Priester-
tum offenbart uns die Liebe des Herzens Jesu. .
Das Priestertum ist die Herzensliebe Christi. Wenn ihr einen Priester seht, denkt an unsern Herrn Jesus Christus!


Prüfung

Fragen wir nie, woher die Prüfungen kommen: sie kommen von Gott. DeM er ist es, der uns damit die Möglichkeit gibt, ihm unsere Liebe zu beweisen.
Wen Gott liebt, für den sind Prüfungen keine Strafen, sondern Gnaden.


Rache

Der Himmel kennt keine Rachsucht. Für die guten und demütigen Herzen, die Unrecht und Schmähungen mit Freude oder Gleichmut ertragen, begilUlt der Himmel schon auf dieser Welt.
Der liebe Gott wird nur denen verzeihen, die verziehen haben. Anders geht es nicht.

Reinheit

Meine Kinder, wir können den Einfluß, den eine reine Seele auf den lieben Gott hat, nicht begreifen: sie erhält alles, was sie will. Eine reine Seele ist bei Gott wie ein Kind bei seiner Mutter. Es liebt und herzt sie, und die Mutter erwidert ihm seine Zärtlichkeiten.
Um die Reinheit zu bewahren, gibt es drei Dinge: die Gegenwart Gottes, das Gebet und die Sakramente.
Die Reinheit ist ein Geschenk des Himmels. Man muß sie von Gott erbitten. WeM wir darum bitten, werden wir sie erhalten.


Seelen

In der Seele, die mit Gott verbunden ist, herrscht immerwährender Frühling.
Wieviele Seelen können wir durch unser Beten bekehren ... Wer eine Seele vor der Hölle rettet, der rettet nicht nur diese, sondern auch seine eigene.

Sonntagsheiligung

Der Sonntag ist Gottes Eigentum, der Tag, der ihm gehört, der Tag des Herrn.
Mit welchem Recht rührt ihr an etwas, das euch nicht gehört? Ihr wißt, daß ein gestohlenes Gut niemals Segen bringt, auch nicht der Tag, den ihr dem Herrn nehmt. Ich kenne zwei Wege, wie man sicher arm wird: am Sonntag arbeiten und fremdes Gut sich aneignen.

Stolz

Wie die Speisen mit Salz, würzen wir alles mit Stolz.
Wir sehen es gerne, wenn unsere guten Werke bekannt werden. Es freut uns, wenn man auf unsere 'fugenden aufmerksam wird. Bemerkt man unsere Mängel, so stimmt es uns traurig. Die Heiligen waren anders. Es betrübte sie, wenn ihre 'fugenden bekannt wurden, und sie waren froh gestimmt, wenn man ihre Unvollkommenheit erkannte,
Wenn wir aus Stolz sündigen ... dann sagen wir zu Gott, daß wir von allem unabhängig sind.


Sünde

Die Sünde ist der Scharfrichter des lieben Gottes und der Mörder der Seele. Sie reißt uns aus dem Himmel und stürzt uns in die Hölle. Und trotzdem lieben wir sie! ... Welch ein Wahnsinn!
Ein Christ, nach dem Bild Gottes geschaffen, Gotteskind, Gottes Bruder und Erbe Gottes! Ein Christ, dessen Körper Tempel des Heiligen Geistes ist: und gerade diesem raubt die Sünde jegliche Würde!


Tabernakel

Was macht unser Herr im Tabernakel? - Er wartet auf uns. Er wartet darauf, daß wir mit unseren Bitten zu ihm kommen. Er ist gegenwärtig im Sakrament seiner Liebe, stets bereit, bei seinem Vater für die Sünder Fürsprache einzulegen. Er ist hier, um uns zu trösten. Laßt uns ihn öfters besuchen!


Teufel

Der Teufel lenkt uns ab bis zum letzten Augenblick, wie man einen armen Kerl ablenkt, bis die Polizei ihn abholt ...
Was der Teufel am meisten fürchtet, das ist die Demut.
Man darf nicht auf den Teufel hören, der immer, nachdem er uns zu einer Sünde verleitet hat, versucht, uns in die Verzweiflung zu treiben.


Vergnügen

Mit Spiel und Zerstreuung muß man wie mit Medikamenten umgehen: sie dürfen weder gefährlich noch zu häufig sein


Verleumdung

Der Verleumder ist wie eine Raupe, die über Blumen kriecht und darauf ihren ekligen Schleim zurückläßt.


Versuchung

Gegen die Versuchungen sind drei Dinge absolut notwendig: das Gebet, um uns zu erleuchten, die Sakramente, um uns zu stärken, und die Wachsamkeit, um uns zu schützen.
Die Versuchung ist ein Mittel, den Himmel zu gewinnen. In der Tat, welches Verdienst hätten wir, in der kurzen Zeit unseres Lebens Gutes zu wirken, wenn wir keine Versuchungen hätten?
Opfert die Versuchung auf, um die Bekehrung der Sünder zu erbitten: das ärgert den Teufel und treibt ihn in die Flucht. Die Versuchung wendet sich nämlich gegen ihn. Hernach wird er euch in Ruhe lassen.

Verzicht

Wodurch wird das religiöse Leben so verdienstvoll? Durch den fortwährenden Verzicht, diesen Tod des eigenen Ich.
In der Welt findet man jeden Augenblick Gelegenheit, auf seinen Willen zu verzichten: einen Besuch unterlassen, ein Liebeswerk ausführen, das keine Freude macht, zwei Minuten später zu Bett gehen, zwei Minuten früher aufstehen ... Wenn man erst einmal mit diesem Leben der Entsagung begonnen hat, dann läuft es von selber weiter und diese Tugend besitzen, heißt alles besitzen.

Werke

Ja, es werden nur wenige der guten Werke Belohnung finden; denn statt aus Liebe zu Gott handeln wir so oft aus Gewohnheit, Routine, und Eigenliebe ... 0, wie schade! Wenn alle unsere Handlungen offenbar werden, sind selbst unter den guten nur wenige, die Gott gefallen. Denn in unseren scheinbar guten Taten finden sich so viele Unvollkommenheiten, selbstsüchtige Gedanken, soviel menschliche Selbstzufriedenheit, Lust an Sinnlichem und Gegenleistung aus Egoismus. Nach außen hin erscheinen diese Taten gut. Sie gleichen jenen gelben, reifen Früchten, die bereits innen von Würmern angefressen sind.


Solch ein Wort des Heiligen

sollte uns durch den Tag begleiten, wie die Tagesration den Soldaten im Kampf.

Hinreichender Stoff zu einer Fülle von Betrachtungen unserer christlichen Berufung bieten diese "Goldenen Worte" des hl. Pfarrers. Geprägt von einer glühenden Gottesliebe, von der großen Verantwortung für die unsterblichen Seelen, verständlich und bildhaft hat er sie gesprochen, ähnlich seinem göttlichen Meister, der "nie ohne Gleichnisse sprach':
Bei der heutigen Glaubensunsicherheit, der verbreiteten Verwirrung der Geister, leiden gerade gute Christen an innerer Not. Wie kann uns das Leben dieses Priesters aufrichten, den Glauben in seiner weltüberwältigenden Macht aufleuchten lassen. "Die Seele derer, die keinen Glauben haben, ist blinder als die Leute, die keine Augen haben. Wir sind in dieser Welt wie in einem Nebel, aber der Glaube ist der Wind, der den Nebel zerstreut und über unserer Seele eine herrliche Sonne leuchten läßt ... Seht, wie düster und kalt es bei den Ungläubigen ist. Dort herrscht ein langer Winter. Bei uns ist alles heiter, voll Freude und Trost.
Laßt die Weltleute reden. Sie sind blind. Wer nicht sieht, erkennt nicht. Wer nicht erkennt, liebt nicht. Wer Gott nicht liebt, liebt sich selbst und zugleich seine Lust. Er hängt sein Herz an Dinge, die wie Rauch vergehen':
Dies sind die Worte eines Mannes, der unerbittlich gegen sich selbst ein hartes Büßerleben führte, um 100 000 Menschen karnen in seinen letzten Lebensjahren jährlich nach Ars ... Diese Worte kommen aus tiefer geistlicher Erfahrung.


Ein Gebet des heiligen Pfarrers um Glaube, Hoffnung und Liebe.

Mein Gott, ich glaube, ich glaube fest, daß du überall zugegen bist, daß Du mich siehst, daß ich unter Deinen Augen bin,
daß eines Tages ich mich selbst klar erkennen werde, daß ich alle Güter genießen werde, die Du mir versprochen hast.

Mein Gott, ich hoffe, daß Du mir all das belohnen wirst, was ich getan habe, um Dir zu gefallen.

Mein Gott, ich liebe Dich, ich habe ein Herz, um Dich zu lieben!"

So betet die Kirche zum hl. Pfarrer von Ars

Allmächtiger und barmherziger Gott,
du hast den hl. Johannes Maria zu einem Wunder des Seeleneifers, der beständigen Liebe zum Gebet und zu Werken der Buße gemacht. Wir bitten dich: verleihe uns die Kraft, nach seinem Vorbild und mit seiner Fürbitte die Seelen unserer Brüder und Schwestern für Christus zu gewinnen und mit ihnen die ewige Seligkeit zu erlangen.
Durch ihn, Christus unseren Herrn.  (Amen)



(Benützte Quellen: Die Seele des hl. Pfarrers v. Ars v. Dr. F. Trochu, Hacker, Gröbenzell; .; R. Perrin u. Jean Servel, Der Pfarrer von Ars; Kerrie V. Heidelberg; A. Frossard, Ausgewählte Gedanken des hl. Pfarrers von Ars,Johannes-V. Leutesdorf, 1981; Gründonnerstagsbrief [ohannes-Paul II an die Priester, 1986) 




- Fische die tod sind, schwimmen mit dem Strom

 
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